Branchentalk auf der Garten- & Zooevent

5. Oktober 2015
Am Messe-Samstag wurde über „Rahmenbedingungen und Perspektiven für die Heimtierhaltung und den Zoofachhandel in Deutschland“ diskutiert.

Am Messe-Samstag wurde über „Rahmenbedingungen und Perspektiven für die Heimtierhaltung und den Zoofachhandel in Deutschland“ diskutiert.

Unter der Überschrift „Branchentreff Heimtier“ fanden im Rahmen der 16. Garten- & Zooevent auf der Bühne des Gemeinschaftsstandes der egesa-zookauf drei Talkrunden statt, die derzeitige Diskussionen innerhalb und außerhalb des Zoofachhandels aufgriffen und beleuchteten.

Am Messe-Samstag wurde über die „Rahmenbedingungen und Perspektiven für die Heimtierhaltung und den Zoofachhandel in Deutschland“ diskutiert. Diskussionsteilnehmer waren Lorenz Haut, Geschäftsführer des Bundesverbandes für fachgerechten Natur-, Tier und Artenschutz  (BNA), Steffen Heeß, Lebendtiermanager Zooma-/zookauf, Norbert Holthenrich, Präsident des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands (ZZF), Bernd Schmölzing, Geschäftsführer EFS und zugleich 1. Vorsitzender der Fördergemeinschaft Leben mit Heimtieren (FLH) und Claas Sascha Züpke, Geschäftsführer der Züpke GmbH. Sie alle waren sich darin einig, dass Lebendtiere ihre Besitzer glücklich machen, eine wichtige gesellschaftliche und soziale Rolle einnehmen und bescheinigen deshalb der Heimtierhaltung eine positive Zukunft. Klar wurde jedoch auch, dass das Thema Tier- und Artenschutz immer wichtiger wird. Man müsse in Bezug auf Importverbote oder Positivlisten das nötige Augenmaß an den Tag legen, um sich selbst – und somit das Angebot für Heimtierhalter – nicht zu radikal einzuschränken. Eine Forderung an die Politik erhob Claas Sascha Züpke: Eine Vereinheitlichung EU-weiter Tierschutzstandards sei dringend notwendig, um die ungleiche Gemengelage in Europa auszugleichen. Im Rahmen der Diskussion demonstrierten die Teilnehmer Gemeinsamkeit. Und die ist nach Ansicht von Bernd Schmölzing dringend notwendig: Alle Kräfte innerhalb der Branche sollten aus seiner Sicht gebündelt werden, um gemeinsam schlagkräftig aufzutreten.

Der zweite Messetag stand zunächst im Zeichen des „Beratungsschwerpunktes Gartenteich: Im Handumdrehen zur Wohlfühloase“. Zu der Frage, welche Möglichkeiten und Potenziale das Thema Gartenteich heute bietet, diskutierten die Branchenexperten Gebhard M. Mang, Gesamtvertriebsleiter Eheim, Christoph Bültel, Vertriebsleiter Mitteleuropa Oase, Thomas Willuweit, Geschäftsführer Söll sowie Steffen Heeß, Lebendtiermanager Zooma-/zookauf. „Das Potenzial ist sehr groß, eigentlich könnte jeder, der einen Garten hat, einen Gartenteich haben“, bekräftigte Gebhard M. Mang. Thomas Willuweit erklärte: „Es kommt immer auf die Beratung des Händlers und die Qualität der Produkte an, um die Kunden zufrieden zu stellen“. Der günstigste Preis ist nach Ansicht aller Gesprächspartner nie die passende Lösung. Steffen Heeß wies auf Mehrwerte in der Beratung hin. Beratungs- und Informationsmedien für den Fachhandel seien sehr wichtig – und dies sowohl im Printformat als auch digital. Es gehe darum dem Kunden zu zeigen, dass ein Teich kein „Hexenwerk“ sei. In diesem Kontext wies Christoph Bültel darauf hin, dass der Onlinebereich flankierend in der Beratung genutzt werden kann. Etwa durch die Einbeziehung oder den Aufbau von Communities. Außerdem lassen sich vor Ort Synergien herstellen und nutzen. Etwa durch die Zusammenarbeit eines Zoofachgeschäfts bzw. eines Gartencenters mit Teich-Abteilung mit einem Garten- und Landschaftsbauer.

Abgerundet wurde das Talkangebot mit der dritten und letzten Talkrunde, dem „Branchentalk Heimtier: Aquaristik im Fokus“. Den Fragen stellten sich Peter Merz, Zierfischgroßhandel Merz, Marco Dahm, Key Account Manager Tetra, Simon Gierlings, Leiter Marketing Sera, Roland Böhme, Inhaber JBL sowie Steffen Heeß, Lebendtiermanager Zooma-/zookauf. Deutlich wurde schnell, dass der Negativtrend der letzten Jahre gestoppt ist, aber klar ist allen Beteiligten auch, dass die Branche noch einen langen Weg vor sich hat. Grundsätzlich bietet die Aquaristik in ihrer Vielfalt sehr großes Potenzial, leider lassen sich Neueinsteiger bei ersten Misserfolgen aber allzu oft entmutigen, diesem Hobby weiter nachzugehen. Hier liege es vor allem in den Händen versierter Verkäufer, die Jung-Aquarianer eingehend zu beraten und zu fördern. Vehement sprach sich Peter Merz gegen eine zu starke Reglementierung des Imports und Handels gewisser Tierarten aus. Dies könne andernfalls zum Untergang der Branche führen. Für den Handel forderten alle Gesprächsteilnehmer mehr Engagement und den Willen, sich mit dem Internet und dessen Möglichkeiten auseinanderzusetzen und die Chancen der digitalen Welt zu erkennen.


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