Forum Heimtier fordert einheitliche Tierschutzstandards

11. Juli 2017
Kristina Richter (Mars-Initiative Zukunft Heimtier), Christina Jantz-Herrmann (SPD), Tino Sorge (CDU), Dr. Christine Bothmann (Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) und Dr. Barbara Schöning (Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und -therapie) (von links) diskutierten über einheitliche Tierschutzstandards.

Kristina Richter (Mars-Initiative Zukunft Heimtier), Christina Jantz-Herrmann (SPD), Tino Sorge (CDU), Dr. Christine Bothmann (Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) und Dr. Barbara Schöning (Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und -therapie) (von links) diskutierten über einheitliche Tierschutzstandards.

Wie das Zusammenleben von Menschen und Tieren besser funktionieren kann, darüber diskutierten Gäste aus Politik, Wissenschaft und Verbänden bei der 10. Arbeitssitzung des Forum Heimtier in den Räumen des Deutschen Bundestags.

Immer wieder treten im Zusammenleben mit Heimtieren Konflikte zwischen Tierhaltern und Nichttierhaltern auf. Schirmherr Tino Sorge (CDU), selbst Hundebesitzer, wies auf die Wichtigkeit von Heimtieren in unserer Gesellschaft hin: „Fast die Hälfte aller deutschen Haushalte besitzt Tiere, darunter 13 Millionen Katzen und 8 Millionen Hunde. Durch den demografischen Wandel und die Zunahme an Single-Haushalten wird das Tier immer mehr zum Bezugspunkt und Sozialpartner für den Menschen. Hier muss die Politik vor allem durch bessere Bedingungen für die Mensch-Tier-Forschung ihren Beitrag leisten“, so der Bundestagsabgeordnete.

Die zunehmende soziale Bedeutung von Heimtieren betonte auch die Schirmherrin und Tierschutzbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion Christina Jantz-Herrmann: „Die zunehmende ‚Vermenschlichung‘ von Heimtieren stellt die Politik vor neue Herausforderungen. Der Vollzug des Tierschutzes ist in erster Linie Länderaufgabe, doch ich freue mich über die Hausaufgaben, die wir heute für die Bundesgesetzgebung mitnehmen konnten.“

Mehr Eigenverantwortung forderte auch Dr. Barbara Schöning, Fachtierärztin und Präsidentin der Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und -therapie. In ihrem Vortrag sprach sie sich deshalb dafür aus, einen freiwilligen Sachkundenachweis für Hundehalter durch einen verminderten Hundesteuersatz zu belohnen. Im professionellen Umfeld – wie etwa bei Tierheilpraktikern oder Hundetrainern – könne mehr Sachkenntnis vor allem durch einheitliche Ausbildungsvorgaben gestärkt werden.

Kristina Richter, Sprecherin von Mars Petcare, fasste die Hausaufgaben für die Politik abschließend so zusammen: „Wir brauchen in Deutschland einheitliche Tierschutzstandards, die in ihrer Gestaltung und Umsetzung nicht nach Bundesländern variieren. Wir müssen das Wohl von Heimtieren durch eine einheitliche Regelung der Berufsstände weiter stärken. Und wir fordern die Politik dazu auf, mehr Geld in Forschungsprojekte zu investieren.“


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