Gesamte Tierärzteschaft äußert sich einheitlich mit dem BNA zum „Gefahrtiergesetz“ NRW

5. November 2015

Erstmals in der Geschichte aller Beteiligten ist es dem Bundesverband für fachgerechten Natur-, Tier- und Artenschutz (BNA) gelungen, im Hinblick auf den Gesetzentwurf der Landesregierung Nordrhein-Westfalen für ein sogenanntes Gefahrtiergesetz (Gesetz zum Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Tieren wildlebender Arten [Gefahrtiergesetz – GefTierG NRW]) eine bundeseinheitlich gemeinsame Stellungnahme herauszugeben. Damit machen BNA, Bundestierärztekammer, Bundesverband der beamteten Tierärzte, Bundesverband praktizierender Tierärzte, Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz und die Auffangstation für Reptilien München erstmals gemeinsam Front gegen das NRW-Gesetzesvorhaben.

In dem jetzt veröffentlichten gemeinsamen Kommuniqué heißt es unter anderem, dass ein Schutz der Bevölkerung vor sogenannten Gefahrtieren aus gemeinsamer Sicht in dem geplanten Umfang kaum notwendig bzw. zu rechtfertigen sein werde, besonders unter Berücksichtigung der vorliegenden Zahlen und bekannt gewordenen Vorfälle nicht. Das werde durch die registrierten Notrufe in den Giftnotrufzentralen bundesweit belegt. Die Unterzeichner äußern denn auch vielmehr den gemeinsamen Eindruck, „dass die Diskussion um die fachgerechte Haltung von Gefahrtieren dazu genutzt wird, die Haltung exotischer Tiere im Allgemeinen in Verruf zu bringen.“ Zudem würden sichergestellte Tiere automatisch bedeuten, sie über womöglich sehr lange Zeiträume unterzubringen und artgerecht pflegen zu müssen.

BNA-Geschäftsführer Lorenz Haut betonte, der BNA begleite das geplante Gesetzesvorhaben von NRW zur Haltung von Gefahrtieren aufmerksam und kritisch und habe hierzu in der Vergangenheit bereits mehrfach Stellung bezogen. Der BNA fordert die Politik auf, sinnvolle Regelungen für die Haltung potentiell gefährlicher Tierarten zu finden und von ihrer restriktiven Verbotshaltung abzusehen. Das Motto müsse lauten: „Lenken statt Verbieten!“

Tags:

Weitere News ( News Archiv )