Neujahrsforum 2020

7. Januar 2019

„Prosit“ bedeutet „es möge nützen“. So wünscht DAS BRANCHEN forum Ihnen, dass Ihnen mit dem neuen Jahr lauter förderliche Entwicklungen angedeihen mögen. Dabei hat ein jedes Kalender- und Geschäftsjahr seine ganz eigenen Anforderungen, Kniffligkeiten und Herangehensweisen. Wie ist das bei Ihnen gerade? Als einen Blick auf den aktuellen Stand der Zoofachhandelsbranche hat DAS BRANCHEN forum anlässlich des Jahreswechsels 2019/20 gleichsam stellvertretend für viele andere mit Marktgestaltern gesprochen: Kristof Eggerstedt, Geschäftsführer Das Futterhaus; Rolf Genz, Geschäftsführer Zooma-/zookauf; Sven Kramer, Geschäftsleiter Natures Menu Deutschland, Ursula Lindl, Vorständin Sagaflor; Georg Müller, Geschäftsführer Interquell; Boris Samsa, Geschäftsführer sera; Torsten Toeller, Gründer und Inhaber der Fressnapf-Gruppe.

 

Welche Projekte konnten Sie in 2019 erfolgreich abschließen? Was hingegen braucht noch oder hat nicht so wie geplant funktioniert?

 

Kristof Eggerstedt, Geschäftsführer Das Futterhaus:
„Mit 19 Neueröffnungen in Deutschland und drei neuen Standorten in Österreich haben wir unser Expansionsziel 2019 erfolgreich umgesetzt. Insgesamt haben wir uns in den vergangenen zwölf Monaten auf kontinuierlichem Wachstumskurs befunden, bei dem auch die Bestandsfläche eine ausgesprochen positive Entwicklung verzeichnen konnte. Darüber hinaus haben wir unsere Das Futterhaus-Marke Natur Plus, die in unserem Eigenmarken-Sortiment für naturbelassene Ernährung steht, gelauncht.“

 

 

 

Sven Kramer, Geschäftsleiter Natures Menu Deutschland: 

„Der Umzug von Bremen in unsere neuen Räumlichkeiten in Oldenburg, darf hier als Top 1 genannt werden. Zum einen ist dies ein großer Schritt nach vorne, zum anderen aber hat der Umzug länger gedauert als erwartet. Trotz alledem haben wir erfolgreich neue Produktgruppen am Markt einführen können und unser Kerngeschäft auch in diesem Jahr wieder gestärkt. Ganz besonders haben wir als Unternehmen, das im täglichen Handeln vor allem von der Innovation geleitet ist, in den letzten Jahren in die Gefriertrocknungstechnik investiert, die für uns auch in der Zukunft immer wichtiger werden wird.“

 

 

Boris Samsa, Geschäftsführer sera: „Im November 2019 haben wir das erste Dropship-Konzepts für Aquarien eingeführt. Die Auslieferung hat im November begonnen. Seit Mai 2018 wurde unser gesamtes Futtersortiments auf Nature umgestellt. Die Umstellung beim Tabletten- und Aufzuchtfutter erfolgte im Juli 2019. Im Bereich Aquaristik ist die Umstellung fast geschafft, bald folgen die Teich- und Terraristikfutter.“

 

 

Georg Müller, Geschäftsführer Interquell: „Unser größtes Projekt, die Erweiterung unserer Produktion um eine zusätzliche Extruderlinie, die auch mit frischen Rohstoffen arbeiten kann, konnten wir wegen Verzögerungen bei der Genehmigung nicht fertigstellen und müssen die Inbetriebnahme auf Februar 2020 verschieben. Erfolgreich dagegen verlief die Auslagerung unserer Logistik in ein externes Lager mit 20.000 Palettenplätzen, was für unseren Versand eine große Erleichterung bedeutet hat. Zufrieden waren wir auch mit dem Relaunch der Happy Dog NaturCroq-Linie und der Einführung von Happy Cat Pouch-Beutel. Beides hat zum Umsatzwachstum 2019 beigetragen.“

 

 

Rolf Genz, Geschäftsführer Zooma-/zookauf: „2019 haben wir einerseits einige Projekte zum Abschluss gebracht, die wir bereits vor drei bis fünf Jahren geplant und begonnen haben. So konnten wir für 2020 ein Werbekonzept erstellen, das im Sinne des Multichannel-Ansatzes eine enge Verzahnung zwischen dem stationären Fachhandel und seiner Online-Präsenz ermöglicht. Marken und Produkte werden thematisch aufgegriffen und eingebettet, mit Aktionen verknüpft und über die verschiedenen Werbe- und Verkaufskanäle propagiert und verkauft. Die dafür erforderliche Logistik, die speziellen Angebote und Produkte sowie die Abstimmung zwischen Hersteller, Zentrale und Fachhändler haben wir inzwischen erfolgreich aufbereitet und verfügbar gemacht.

Dazu haben wir uns intern in weiten Teilen neu aufgestellt und strukturiert. Wir haben uns in vielen Fragen wieder einmal selbst überprüft und hinterfragt und sind in einigen Bereichen zu neuen und in anderen wiederum auf bereits bestehende Denkansätze gekommen. Umsatz, Drehgeschwindigkeit und Roherlös bleiben das Maß aller Entscheidungen! Wie erreiche ich den Endkunden: Dazu bedarf es neuer, innovativer, aber auch bezahlbarer Wege.

Durch die von uns in diesem Jahr initiierte Studie des Kölner Instituts für Handelsforschung sind wir diesen Aspekten auf den Grund gegangen und haben unser Werbekonzept genau auf die Erwartungen und Hauptforderungen der Kunden ausgerichtet.

Angestoßen haben wir die Implementierung von Click and Collect. Doch damit werden wir 2020 so weit sein. Angestoßen haben wir auch ein attraktives Stützpunkthändler- Konzept, mit dem wir die ersten Fachhändler bereits sehr erfolgreich in 2019 ausstatten konnten. Das wollen und werden wir in 2020 weiter vorantreiben.“

 

 

Ursula Lindl, Vorstand Sagaflor: „Für die Sagaflor-Heimtier-Sparte und ihre Partner war 2019 ein erfolgreiches Jahr. Wir hatten ein Expansions-Jahresendfinale mit sieben Zoo & Co. Eröffnungen in den letzten acht Wochen, insgesamt waren es zehn in 2019. Für 2020 sind bereits sechs neue Märkte in der Pipeline.

Der flächenbereinigte Umsatz ist 2019 gestiegen und wir haben die Eigenmarken-Neuheiten auf der neuen Messe PRO garten & tier im September 2019 vorgestellt. Das neue Konzept Tierapotheke ist ausgerollt. Unsere neue Katzenfuttermarke Lilou & Emile starte im Dezember.

Auch die Maßnahmen, die unsere Marken geplant haben, sind umgesetzt bzw. in einer Umsetzungsprozess wie z. B die Umstellung auf eine einheitliche, digitale Kommunikationsplattform für unsere Partnerbetriebe. Auch intern haben wir alle Marketingbereiche zu einer Content Factory umstrukturiert.“

 

 

Fressnapf-Gründer und Inhaber Torsten Toeller: „Das zu Ende gehende Jahr stand für Fressnapf ganz im Zeichen der Strategie-Überarbeitung. Aus CHALLENGE 2025 haben wir insgesamt 1.500 Ideen in Focus Areas erarbeitet und in die unternehmensübergreifende Fressnapf-Challenge überführt. Auf Basis unserer Vision „Happier Pets. Happier People.“ ist unser klar formuliertes Ziel, 2025 der Best Partner für alle Fragen rund ums Thema Heimtier zu sein. Unter der Maßgabe ‚Structure follows Strategy‘ haben wir außerdem sämtliche Bereichs-Strategien überarbeitet.

Darüber hinaus haben wir im laufenden Jahr u.a. die technischen und infrastrukturellen Grundlagen für unsere Plattform und die ‚Digitalisierungs-Offensive‘ geschaffen. Wir haben unsere Systeme in die Cloud transferiert, um die Skalierbarkeit unseres Geschäfts auf allen Kanälen zu ermöglichen. Weiterhin wurden neue Kompetenzen an Bord geholt und eine digitale Service- und Innovations-Einheit in Düsseldorf etabliert.

Für das operative Geschäft wurden die Zentralläger in Feuchtwangen und das Online-Lager unseres Partners arvarto in Heideloh substanziell erweitert. Unser polnischer Online-Shop ist an den Start gegangen und das Großflächen-Geschäft der Fressnapf-Gruppe wurde neu geordnet. Wir haben Märkte an Kölle Zoo abgegeben und Anteile an der Kölle Zoo Gruppe erworben.“

 

 

Am Horizont der Konjunkturentwicklungen scheint sich eine Abschwächung anzudeuten. Wenn sie denn einträfe – wie wären Sie darauf vorbereitet und welche Maßnahmen würden Sie dann ergreifen? Wären Sie auch von einem doch noch stattfindenden Brexit betroffen? Falls ja, inwiefern?

 

Kristof Eggerstedt, Geschäftsführer Das Futterhaus: „Dank unseres stabilen Geschäftsmodels und unserer soliden Kundenbasis sehen wir aktuell keine Anzeichen für einen Abschwung in unserer Entwicklung.“

 

 

 

 

 

 

Sven Kramer, Geschäftsleiter Natures Menu Deutschland:„Ganz Europa befindet sich nicht erst seit gestern in diversen Problemen, was in einigen Ländern bereits in sinkenden Verkaufszahlen bestimmter Produktgruppen spürbar ist. Dennoch haben wir es erfolgreich geschafft, unsere Sortimente zu straffen, weiterhin Premiumprodukte zu etablieren und – viel wichtiger – zu wachsen. Und dass, trotz konjunktureller Probleme.

Als Familienunternehmen sind sie gezwungen, immer über solche Möglichkeiten nachzudenken und ‚das Mutterschiff‘ auf Kurs zu halten. Wer Europa nicht in Gänze als Markt betrachtet, um Rückschlüsse für den deutschen Markt zu ziehen, wird auf Dauer verlieren. Das Thema Brexit beschäftigt uns somit auch bereits seit 2016 und wir haben unsere Hausaufgaben gemacht – zum Beispiel unsere Firmenstruktur schon vor einigen Jahren europäischer aufgestellt – so dass ein ‚harter Brexit‘ uns nicht davon abhalten wird, auch in Zukunft zu wachsen. Wir sind ein starkes Unternehmen, das auch damit umzugehen weiß.“

 

 

Boris Samsa, Geschäftsführer sera: „Eine schwächelnde Konjunktur hat unserer Erfahrung nach wenig Einfluss auf das Kaufverhalten von Heimtierbesitzern, da sie ihre Tiere natürlich weiterhin artgerecht versorgen; mit unserer Nature-Linie sind wir hier sehr gut aufgestellt.“

 

 

Georg Müller, Geschäftsführer Interquell: „Die Heimtierbranche war in den letzten Jahrzehnten von wirtschaftlichen Abschwüngen zumeist kaum betroffen, da anscheinend an den Heimtieren zuletzt gespart wurde. Allerdings versuchen wir uns schon seit vielen Jahren unseren Betrieb möglichst breit aufzustellen; d.h. Produktion von Marke, aber auch 1/3 Eigenmarke, internationaler Vertrieb in über 70 Länder, Bearbeitung unterschiedlicher Vertriebskanäle wie Fachhandel, Züchter, Veterinäre und Aufteilung unserer Markensortimente auf verschiedene Preispositionierungen. Damit sind wir zuversichtlich, dass wir Schwächephasen gut überstehen und ausgleichen können.“

 

 

Rolf Genz, Geschäftsführer Zooma-/zookauf: „Man muss sich stets in guten Zeiten für die Phasen wappnen, in denen es konjunkturell nicht so gut läuft. Dies betrifft unternehmerische Entscheidungen und Investitionen. Wir haben die vergangenen Jahre, parallel zum Tagesgeschäft, dafür genutzt uns weiterzuentwickeln, neue Entwicklungen aufzugreifen und stets das Ohr am Puls des Kunden zu haben. Das betrifft unseren Kunden, den Fachhändler, ebenso wie den Endkunden. Zugleich haben wir den Generationswechsel auf den Weg gebracht, so dass die jüngere Generation neue Impulse und Ansätze mit ins Unternehmen einbringt. Damit erreichen wir einen geordneten und praxisorientierten Ausbau unseres Konzepts. Für konjunkturelle Veränderungen sind wir also gewappnet. Aufgrund unserer Konzentration auf den deutschen Markt sind wir von einem Brexit nicht direkt, sondern höchstens auf Lieferantenseite betroffen. Doch auch hier haben wir rechtzeitig Vorkehrungen getroffen, nicht zuletzt in Bezug auf steuerliche Fragen.“

 

 

Ursula Lindl, Vorstand Sagaflor: „Als Verbundgruppe sind wir nicht vom Brexit betroffen und haben im Rahmen der Planung eine mögliche konjunkturelle Abschwächung berücksichtigt.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fressnapf-Gründer und Inhaber Torsten Toeller: „Sicherlich erkennen wir eine Abschwächung in der Konjunktur, erwarten aber keine ‚Vollbremsung‘. Gerade die Heimtierbranche stellt  sich mit Blick auf die vergangenen Jahre als überaus krisenfest heraus. Das bedeutet, dass wir in Boom-Zeiten nicht übermäßig resistent profitieren, aber auch bei schwächeren Phasen keine nennenswerten Einbrüche verzeichnen. Der Trend zur Heimtierhaltung und die Bedeutung des Tieres als Familienmitglied sind ungebrochen.

Ein möglicher Brexit würde uns nur sehr entfernt betreffen – insbesondere, da die Bedingungen nicht final verhandelt sind. Da wir zwar englische Lieferanten haben, ansonsten auf der Insel aber kein eigenes Geschäft betreiben, sehen wir diesem Thema derzeit entspannt entgegen.“

 

 

Der Boom bei Hund, Katze und Wildvogel setzt sich derzeit noch fort, desgleichen die nur verhaltenen Entwicklungen bei Aquaristik, Terraristik, Nager und Ziervogel. Spiegelt sich diese Marktbeobachtung in Ihrem Geschäftsbetrieb wider? Und was, wenn nun Hund/Katze auch in eine Schwächephase gerieten?

 

Kristof Eggerstedt, Geschäftsführer Das Futterhaus: „Wir haben in allen Bereichen eine sehr erfreuliche Entwicklung, wobei die Segmente Hund und Katze die klaren Motoren auf der Fläche sind.“

 

 

 

 

 

 

Sven Kramer, Geschäftsleiter Natures Menu Deutschland: „Die verhaltene Entwicklung in einigen Bereichen des Zoofachhandels betrifft uns als Unternehmen heute eher nicht. Unsere Kunden sind sehr breit aufgestellt, so dass sie die immer wiederkehrenden ups and downs durchaus zu kompensieren wissen. Einen drohenden Einbruch in den Bereichen Hund und Katze sehe ich derzeit nicht, da die Entwicklung über die letzten Jahre durchaus positiv verlief und dieser Trend auch noch ein paar Jahre anhalten wird. Wichtig ist aber, dass wir auch in Zukunft Produkte herstellen, die sich am POS gut verkaufen und die der Endverbraucher erwartet, selbst wenn er das heute noch nicht weiß.“

 

 

 

Boris Samsa, Geschäftsführer sera: „Diese verhaltenen Entwicklungen im Bereich Aquaristik spiegeln sich auch in diesem Jahr nicht in unseren Umsatzzahlen wider. Wir verzeichnen in allen Segmenten (Futter, Pflege, Technik) ein Umsatzplus, wobei das Segment Technik weniger stark zunimmt; dank des neuen Aquarienkonzepts erwarten wir aber auch dort für 2020 eine deutliche Umsatzsteigerung.“

 

 

Georg Müller, Geschäftsführer Interquell: „Trockenfutter bei Hund und Katze hatte in der Tat in den letzten Jahren in Bezug auf Umsatz eine konstante, wenn auch zunehmend flacher werdende Wachstumskurve. Mengenmäßig gibt es schon länger kein Wachstum mehr. Wie in Punkt 2 beschrieben versuchen wir dies durch verstärkte Bemühungen im Export oder Bearbeitung neuer Vertriebskanäle auszugleichen. Wichtig ist, dass wir unsere Flexibilität nicht verlieren und weiterhin daran arbeiten, unsere Marken  zu stärken, um derartige Situationen gut meistern zu können.“

 

 

 

Rolf Genz, Geschäftsführer Zooma-/zookauf: „Diese Momentaufnahme spiegelt unsere Marktbeobachtung und Entwicklung ebenfalls wider. Allerdings sehen wir in einigen Sortimentssegmenten oder Nischen noch deutliches Wachstumspotenzial. Insgesamt ist Wachstum natürlich endlich, auch wenn unser Wirtschaftssystem derzeit nicht darauf gepolt zu sein scheint. Aber es gibt immer die Möglichkeit sich mit interessanten Ideen, Serviceleistungen und Produkten zu positionieren; und sei es auch in einem überschaubaren, sehr spezialisierten Bereich. Ich gehe außerdem davon aus, dass sich innerhalb der Sortimentsbereiche und Kategorien Umsätze verlagern werden, so dass ein Zuwachs in manchen Premiumbereichen möglich zu sein scheint, während es an anderer Stelle durch den zunehmenden Wettbewerb und äußere, schwer zu beeinflussende Faktoren zu Rückgängen kommen könnte. Aber all das sind Spekulationen. Wir müssen uns dem jeweiligen Gesamtklima stellen – und rechtzeitig im Vorfeld unsere Hausaufgaben gemacht haben, um bestmöglich gerüstet zu sein.“

 

 

Ursula Lindl, Vorstand Sagaflor: „Wir verzeichnen bei Aquaristik eine durchaus positive Entwicklung, vor allem durch das Knowhow und Engagement von Partnern, die auch innovative Ansätze bieten, und damit auch Kunden außerhalb ihres Absatzgebietes gewinnen. Insgesamt ist ein tierführender Markt immer dann sehr erfolgreich, wenn eine qualifizierte Beratung sichergestellt werden kann. Der Erfolg bei Lebendtier hängt deshalb  weniger von konjunkturellen Entwicklungen ab.“

 

 

 

 

 

 

 

Fressnapf-Gründer und Inhaber Torsten Toeller: „Vorausgeschickt sei: Fressnapf wächst über alle Kategorien. Allerdings können wir den Trend bestätigen. Insbesondere bei Hund, Katze und Wildvogel wachsen wir stark, in den weiteren Kategorien plus Teich etwas moderater. Wir sehen hier keine Indizien für einen möglichen Einbruch bei Hund und Katze. Selbst, wenn wir in Deutschland europaweit eine vergleichsweise niedrige Haustierpopulation je tausend Einwohner verzeichnen, sind die Wertschätzung und Bereitschaft, für Hund und Katze nur das Beste zu wollen, bei den Kunden ungebrochen.“

 

 

 

 

Wie kommen Sie mit Ihrer Digitalisierung voran – welche sind da Ihre 2020-er Projekte und wie ist bei denen jetzt zu Jahresbeginn der Stand der Dinge?

 

Kristof Eggerstedt, Geschäftsführer Das Futterhaus: „Wir entwickeln uns kontinuierlich weiter, insbesondere im Hinblick auf unsere IT-Systeme. So werden wir unseren Mitarbeitern und Franchise-Partnern künftig eine noch umfangreichere IT-Unterstützung zukommen lassen. Im Rahmen der Digitalisierung von Prozessen, werden wir unsere Partner von administrativen Themen entlasten und die Kundenberatung mit dem Zugang zu noch umfangreicheren Informationen weiter verbessern. Neben den klassischen IT-Projekten nutzen wir die Digitalisierung auch im Bereich Umwelt- und Energiemanagement, etwa um unseren Ressourcenverbrauch mittels digitaler Strommesser zu optimieren und unsere Mitarbeiter und Partner für dieses Thema zu sensibilisieren.“

 

 

Sven Kramer, Geschäftsleiter Natures Menu Deutschland: „Die Digitalisierung ist ein Thema, das uns schon seit einiger Zeit begleitet. In den letzten Jahren haben wir mehr und mehr Papier aus unseren Abläufen verbannt und in Technik investiert, die uns einen zeitlichen Vorteil verschafft, Ressourcen einspart und Abläufe wirklich effizienter gestalten lässt. Jedes Für hat aber auch irgendwo ein Wider – was vielleicht auch in meiner Generation begründet liegt. Wir brauchen mehr IT-Fachpersonal. Menschlichkeit, Verlässlichkeit und Kundennähe sind für mich nach wie vor das A und O, dennoch verschließen wir nicht die Augen vor dem Wandel und der Notwendigkeit, Abläufe (digital) zu verbessern. Das einfachste Beispiel ist hier die Einsparung des ganzen Papiers, was noch vor einiger Zeit bei uns benutzt wurde. In Zeiten, in denen alles bereitwillig etwas ‚grüner‘ wird, macht es Spaß auch daran mitzuarbeiten.“

 

 

Boris Samsa, Geschäftsführer sera: „Im Bereich Digitalisierung sind wir unserem Zeitplan gemäß gut voran gekommen. Schon 2016 wurde SAP als ganzheitliches ERP-System eingeführt; das Projekt wurde sehr erfolgreich abgeschlossen, die Umstellung funktionierte ohne große Probleme oder Lieferverzögerungen. Nun wird daran gearbeitet, alle Prozesse in SAP zu integrieren. Im Sinne der Nachhaltigkeit (für sera ein sehr wichtiges Thema) wird auch an der Reduzierung des Papiereinsatzes gearbeitet.“

 

 

Georg Müller, Geschäftsführer Interquell: „Digitalisierung wird auch für uns zunehmend wichtiger. Derzeit optimieren wir unseren kompletten Internetauftritt. Aber auch in der Produktion und Technik ist die Digitalisierung ein konstanter Prozess. Wenn Anlagen ausgetauscht oder neu aufgebaut werden, geht dies fast immer mit einem erhöhten Digitalisierungslevel einher. Gleichzeitig bedeutet dies, dass entsprechend ausgebildetes Fachpersonal benötigt wird. Somit stellt auch der Fachkräftemangel eine zunehmende Herausforderung dar.“

 

 

 

Rolf Genz, Geschäftsführer Zooma-/zookauf: „Für manche Entwicklungen in unserem Multichannel-Konzept haben wir verhältnismäßig viel Zeit benötigt. Gerade als es darum ging ein neues Shopsystem zu programmieren und zu implementieren. Unser Problem ist immer, dass die Systeme für unsere Partner preisgünstig bis gratis sein müssen, denn bei uns gibt es keine Investorengruppen im Hintergrund. Unsere Partner und auch wir müssen alle Kosten aus dem laufenden Geschäftsbetrieb finanzieren. Da dauern solche Dinge manchmal etwas länger, sind aber dann umso effektiver und umsetzbarer. In 2019 haben wir wieder Boden gutgemacht und gehen 2020 mit einem in Bezug auf Digitalisierung und Werbung schlüssigen und für die Partner bezahlbaren Gesamtkonzept an den Start. Und das haben wir sehr stark auf die stationären Fachhändler ausgerichtet, die wir bei der Meisterung ihrer Herausforderungen in Sachen Digitalisierung begleiten.

Inklusive unserer Internet-Terminals als Beratungs-Instrument vor Ort, des Onlineshop-Systems sowie den darauf abgestimmten, passenden Werbemaßnahmen sehen wir uns sehr gut aufgestellt. Gerade die Punkte Online- und Social Media-Marketing haben hier natürlich an Bedeutung gewonnen. Hier leisten wir als Konzept-Zentrale Dienste für unsere Partner, die dies sonst alleine nicht so kostengünstig und effektiv abarbeiten könnten. Die vergangenen drei Jahre haben wir gebraucht, um all diese Dinge in die Wege zu leiten und viele offene Baustellen zu schließen. Nun gilt es mit den bestehenden Systemen zu arbeiten, sie stetig zu optimieren und weiterzuentwickeln. Mir ist klar, dass das ein dynamischer Prozess ist, der im steten Wandel begriffen ist. Aber wir sind im letzten Jahr schon weiter gekommen und starten 2020 gut aufgestellt in unser Zooma-Jubiläumsjahr.“

 

 

Ursula Lindl, Vorstand Sagaflor: „Wir bieten unseren Partnern ein komplettes digitales und analoges Marketingpaket inkl. Social Media an. Neu im Marketing-Mix sind ab 2020 Instagram und Google Business Strategien.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fressnapf-Gründer und Inhaber Torsten Toeller: „Wir kommen mit unseren Arbeiten an unserer Plattform und der Schaffung eines ‚Ökosystems‘ für Tierhalter gut voran. Wir wachsen online vor allem werthaltig und profitabel. Wir investieren in unsere IT und neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die neue Kompetenzen im digitalen Arbeitsumfeld mitbringen. Diese neuen Mitarbeiter helfen uns auch, zunehmend agiler zu arbeiten und wir konnten erste Produktteams etablieren. Ich sage immer ‚alles was digitalisiert werden kann, wird auch digitalisiert werden‘, aber der Faktor Mensch gewinnt zunehmend an Bedeutung, denn er ist sozusagen  der analoge Anker.“


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