Neujahrsforum 2019

7. Januar 2019

Personalmangel, Preisdruck, Liquiditätsentwicklungen, Investitionsfähigkeit, Nachhaltigkeit – an der Jahresschwelle gibt es viele Branchenstichworte zu besprechen, die Handlungsoptionen für das soeben begonnene neue Jahr bedeuten. Im BRANCHEN forum melden sich dazu zu Wort Roland Böhme, Geschäftsführer JBL, Herwig Eggerstedt, Geschäftsführer Das Futterhaus, Rolf Genz, Geschäftsführer Zooma-/zookauf, Peter Pohl, Vorstand der Sagaflor, Fressnapf-Gründer Torsten Toeller und Felix Vos, Geschäftsführer Mera Tiernahrung.

 

Es schließen inzwischen Abteilungen, z.B. in der Aquaristik, weil den Zoofachhändlern das Personal dazu fehlt. Haben wir unseren MitarbeiterInnen im Zoofachhandel langjährig zu wenig bezahlt, als dass wir jetzt noch genug davon hätten? Oder brauchen wir künftig eh weniger Personal, weil die Digitalisierung der Abläufe im Einzelhandel weiter zunimmt?

 

Herwig Eggerstedt, Geschäftsführer Das Futterhaus:
„Ganz im Gegenteil. Gerade in Zeiten der Digitalisierung spielt der Mitarbeiter auf der Fläche eine immer wichtigere Rolle. Er ist mit seinem fachlichen Know-how und seinem serviceorientierten Auftreten entscheidend für ein positives Einkaufserlebnis im Markt. Seine persönliche Beratung macht den Unterschied zum Online-Einkauf. Umso wichtiger ist es uns, in die Qualifizierung unserer Mitarbeiter zu investieren und ihnen Möglichkeiten für ihre berufliche und persönliche Entwicklung zu bieten. Unsere DAS FUTTERHAUS-Akademie hat dabei eine zentrale Rolle.“

 

 

 

Roland Böhme, Geschäftsführer JBL: „Die Schließungen von Aquaristik-Abteilungen sehe ich mit größtem Bedauern, da die Kontaktmöglichkeit mit dem Hobby Aquaristik/Terraristik/Teich verloren geht. Wir versuchen dem mit unseren Themenwelten, dem Zeigen von Aquarien online, mit dem Hinweis, diese bei unseren Kunden im Handel zu sehen, entgegenzuwirken: Wir hoffen dann um mehr Zulauf bei den bestehenden Geschäften mit Lebendtier.“

 

 

 

 

Rolf Genz, Geschäftsführer Zooma-/zookauf: „Im Zoofachhandel tobt, so wie in anderen Bereichen des Einzelhandels auch, ein zunehmender Preiskampf. Einerseits verlangen Endkunden nach günstigen Angebotspreisen. Andererseits gehören den Erwartungen des Kunden entsprechend ein breit gefächertes Sortiment, die fachkompetente Beratung und umfangreiche Serviceleistungen längst zu den Basics. Dem stehen die Margen und möglichen Erträge gegenüber, die sich nicht analog dazu erhöhen lassen. Die Kostenstruktur in den Fachmärkten ist und bleibt demzufolge eine stetige Herausforderung. Gerade wenn es um personalintensive Abteilungen wie den Tierverkauf geht. Ich persönlich bin der Überzeugung, dass Tierverkaufsanlagen zwar nicht überall wirtschaftlich sinnvoll sind, in vielen Standorten jedoch eindeutig ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber allen Billiganbietern bilden. Dementsprechend halten wir an diesem Bereich fest. Die Digitalisierung ist eine Herausforderung und sie birgt Chancen. Etwa durch Multichannel-Services und die Verbindung der Kanäle. Bessere Beratung und höhere Warenverfügbarkeit ermöglicht etwa das Beratungs- und Verkaufsterminal im Standort. Denn wodurch muss sich der stationäre Fachhandel auszeichnen? Meiner Meinung nach insbesondere durch die persönliche, kompetente Beratung. Und die hängt nun mal mit dem Personal zusammen. Dementsprechend bin ich eher skeptisch, dass die zunehmende Digitalisierung Arbeitsplätze im Zoofachhandel kosten wird. Sie birgt allerdings die Herausforderung an das vorhandene Personal, sich zwingend mit ihr auseinanderzusetzen und sie konsequent zu nutzen!“

 

Peter Pohl, Vorstand Sagaflor AG: „Fachkundige Mitarbeiter machen den Unterschied zu digitalen Verkäufern. Als freundliches, kompetentes Gegenüber den Kunden gewinnen sie für den stationären Fachhandel zunehmend an Bedeutung. Sie sind sogar überlebensnotwendig für den Verkauf auf der Fläche. Das betrifft alle Branchen und verschärft den Wettbewerb um gute Mitarbeiter weiterhin. Die zieht es durch Arbeitsplatzwechsel dahin, wo mehr zu verdienen ist. Der Markt wird es richten. Der Wettbewerb zeigt dann, wer Mitarbeiter besser an sich binden kann.“

 

Fressnapf-Gründer und Inhaber Torsten Toeller: „Der Fachkräftemangel ist kein branchenspezifisches Phänomen, sondern betrifft die gesamte Wirtschafts- und Handelswelt. Sicher müssen wir uns als Branche aber kritisch hinterfragen, ob wir genug für die Ausbildung und die Begeisterung für die Aquaristik-Arbeit geleistet haben. Ich glaube weniger, dass es eine Frage des Gehaltes ist, denn in der Regel bringen die Kolleginnen und Kollegen in diesem Bereich eben auch einen sehr großen intrinsischen Ansatz in ihre Arbeit ein – sie machen ihr Hobby zum Beruf. Das dies ein toller Vorteil ist, sehen wir bei Fressnapf in der Fachberater-Laufbahn Hund und Katze. Hier ist der Mangel an motivierten und kompetenten Kräften weniger ausgeprägt und die Ausbildung sehr gut.
Zur Frage der Digitalisierung: Ich bin der festen Überzeugung, dass alles, was digitalisiert werden kann, auch digitalisiert werden wird. Im Gegenzug aber werden Menschen den wesentlichen Unterschied ausmachen. Ein persönliches und emotionalisierendes Beratungsgespräch, egal an welchem relevanten Touchpoint mit dem Kunden, wird kein Digitalisierungsprozess dieser Welt ersetzen. Am Anfang oder Ende jedes digitalen Prozesses sitzt ein Mensch, der sich aus rationalen oder emotionalen Gründen für oder gegen eine Marke entscheidet.“

 

 

Voranschreitende Konzentration des Handels heißt zunehmende Abhängigkeit der Industrie. Wie lange hält die Industrie dem Preisdruck des Handels noch aus? Wie lange kann sich der Handel darauf verlassen, dass sein Preisdruck auf die Industrie noch funktioniert?

 

Herwig Eggerstedt, Geschäftsführer Das Futterhaus: „Natürlich verhandeln wir mit unseren Lieferanten. Das gehört zum Geschäft. Wir üben aber keinen Preisdruck auf unsere Lieferanten aus. Grundsätzlich haben wir überhaupt kein Interesse daran unsere Lieferanten zu schwächen. Starke Lieferanten sind auch gut für unser Geschäft.“

 

 

 

 

 

 

Roland Böhme, Geschäftsführer JBL: „JBL versucht die Marktteilnehmer gleich zu behandeln. Schon unser Gerechtigkeitsgedanke und die Fairness unseren Partner gegenüber verhindert einseitige Preiszugeständnisse. Weiterhin haben wir mit vielen Systemen jahrzehntelange Partnerschaften und, nach einer entsprechenden Anzahl von Jahresgesprächen, das Ende der Fahnenstange trotz Produktivitätsfortschritte erreicht, oder wir müssten aus dem Markt ausscheiden.“

 

 

 

Rolf Genz, Geschäftsführer Zooma-/zookauf: „Die entscheidende Frage ist doch: Wie lange lassen sich die Markenhersteller noch erpressen und ausnutzen? Seit Jahren schon gewähren die Markenhersteller den großen Handelspartnern extreme Konditionen, um damit – natürlich ungewollt – den Preisverfall zu forcieren, um damit – ungewollt – deren Marktmacht weiter zu fördern, um dann am Ende von deren Eigenmarken immer stärker verdrängt zu werden. Es ist ja nicht der traditionelle Fachhandel, der Druck auf die Hersteller ausübt und auch gar nicht in dem Maße ausüben kann. Und mittlerweile kommt ja auch eine kleine, zaghafte Kehrtwendung wieder hin zu traditionellen Werten, zu einer dauerhaften, planbaren und kooperativen Zusammenarbeit. Nach transparenten Absprachen, die auf Leistung und Gegenleistung beruhen. Es werden gemeinsam Sortimente entwickelt, die nur selektiv vertrieben werden. Wenn diese Entwicklung weiterhin konsequent vorangetrieben wird, lassen sich auch abseits großer Franchise-Systeme Geschäftsfelder entwickeln. Und dies nicht kurzfristig, sondern nachhaltig. Wir selber sehen ja, welchen Erfolg wir mit solchen Sortimenten haben, an denen plötzlich alle Handelspartner wieder Geld verdienen.“

 

Peter Pohl, Vorstand Sagaflor AG: „Einseitige Konzentrationen sind immer handelsschädlich. Einerseits werden Prozesse und Kosten verbessert, andererseits Handlungsspielräume und Innovationen eingeschränkt. Eher ein Wettbewerbsthema – wir setzen auf Treiber, die durch Innovationen punkten.“

 

 

 

 

 

 

Fressnapf-Gründer und Inhaber Torsten Toeller: „Für mich ist das die falsche Sichtweise. In den vergangenen Jahren sind – insbesondere im Rahmen des zunehmenden Online-Handels – wesentlich mehr neue Player und damit ungleich mehr Wettbewerb im Markt. Der Industrieseite erschließen sich durch diese Vielfalt ganz neue Vertriebs-Optionen. Daher kommt aus meiner Sicht die Industrie mit dem anhaltenden Preisdruck und dem ‚Hyperwettbewerb‘ vermutlich sogar besser zurecht als die meisten Händler.“

 

 

 

 

 

 

Die abwärtsgerichtete Preisspirale im Zoofachhandel wird vom Handel gerne als verbraucherfreundlich dargestellt. Aber bedeutet sie nicht das eingeleitete Ende einer ganzen Branche? Niedrige Preise bedeuten niedrige Erträge, bedeuten niedrige Löhne, bedeuten geringere Liquidität, bedeuten weniger Investitionen, bedeuten weniger Zukunftssicherung. Dennoch: Worin sehen Sie die derzeit bedeutendsten Branchenentwicklungspotenziale – und werden sie schon gelebt?

 

Herwig Eggerstedt, Geschäftsführer Das Futterhaus: „Wir können keine abwärts gerichtete Preisspirale erkennen. Es gibt sicher immer wieder Produkte oder Warengruppen, die speziell in der Vergangenheit und da getrieben durch den Onlinehandel, unter Druck stehen. Aber Handel ist nun mal Wandel – da muss man sich was einfallen lassen.“

 

 

 

 

 

Roland Böhme, Geschäftsführer JBL: „Die negative Preisspirale ist die Todesspirale insbesondere des Lebendtierbereichs, welcher den Nährboden für Neuaquarianer darstellt. Daher stemmt sich JBL über ein selektives Vertriebssystem auf legalem Weg dagegen. Wünsche mir für 2019 hierfür mehr Honorierung von Handelsseite.“

 

 

 

 

 

Rolf Genz, Geschäftsführer Zooma-/zookauf: „Wir können an manchen Stellen doch schon sehen, dass es nicht „den einen Kunden“ gibt, der etwa nur das günstigste Futter auswählt oder ausschließlich online einkauft. Dieses Schwarz-Weiß-Gefüge gibt es nicht. Auch wenn wir teilweise das Gefühl haben uns darin zu bewegen. Wir setzen auf die Zwischentöne. Ein preisbewusster Kunde kann durchaus Bedarf und Interesse an hochpreisigen Nischenprodukten haben – weil sein Heimtier diese eben benötigt. Wir beobachten und begleiten Initiativen der Industrie aufmerksam, die Wert auf eine fachkompetente Vermarktung ihrer Marken legen, etwa selektive Vertriebssysteme. Dies sind Ansätze, die abseits des Preisdumpings stattfinden. Und Fachhändler können sich mittels solch spezieller Sortimente eine Alleinstellung im Wettbewerb sichern. Natürlich immer vorausgesetzt, dass sie die daran geknüpften Bedingungen erfüllen. Allen voran die kompetente Fachberatung und die hohe Warenverfügbarkeit!“

 

Peter Pohl, Vorstand Sagaflor AG: „Ich sehe Preisfixierung als kritisch. Ich denke, dass Händler künftig mehrere Filialen benötigen werden, um bei geringeren Renditen einzelner Standorte Risiken zu streuen, mehr Erträge zu erwirtschaften und investitionsfähig zu bleiben. Zugleich sehe ich die Zoofachhandelsbranche im Vergleich zu anderen als hoch attraktiv an, weil die Ausgabenbereitschaft fürs Tier steigt. Der Preis ist hier nicht das Entscheidende. Die Herausforderung für den Handel besteht darin, die Kunden glücklich zu machen. Kunden im Fachgeschäft kann man sehr leicht emotional zu wertigeren Produkten führen.“

 

Fressnapf-Gründer und Inhaber Torsten Toeller: „Das kann ich für Fressnapf nicht unterschreiben. Abgesehen von teilweise extremen Wettereinflüssen im Sommer, war es für Fressnapf ein erfolgreiches Jahr. Ferner: wenn ich für einen günstigen Preis beste Qualität erhalte, was soll daran falsch sein? Es gilt der alte Grundsatz: Wer nicht mit der Zeit geht, muss mit der Zeit gehen.
Richtig ist aber sicher auch, dass insgesamt die Kosten derzeit deutlich stärker steigen als im langfristigen Vergleich. Dies ist nicht nur ein Branchen- sondern ein gesamtes Handelsthema. Insbesondere Investitionen in die Digitalisierung führen zu einem Aufbau an Personal und einer viel kürzeren Nutzungsdauer von Systemen. Hier ist derzeit kaum seriös zu beziffern, in welchen Zyklen
künftig investiert werden muss. Zudem sehe ich im Handel einen massiv zunehmenden Margendruck – insbesondere getrieben durch die erheblichen Preiskämpfe zwischen stationärem Geschäft und Online. Gut aufgestellte Händler steuern dagegen: durch effizientere Prozesse in der Digitalisierung, einen erhöhten Anteil exklusiver Marken insbesondere im Premium Bereich und zusätzliche kundenrelevante Services, die unseren Kunden gute Gründe geben, bei uns und nicht beim Wettbewerb zu kaufen. Und wir sehen uns für diese Investitionen wirtschaftlich stabil aufgestellt und sind bereit, diese aus eigener Kraft und mit hohem Durchschlag zu tätigen.“

 

 

 

In der Branche gilt verbreitet die Haltung „Wir steigen in das Thema Nachhaltigkeit ein, sobald es sich rechnet.“ Aber Nachhaltigkeit bedeutet, alle Handlungsfelder im Unternehmen im Hinblick auf die eigene Zukunftssicherung zu durchleuchten. Welche Art von Zukunftssicherung betreiben Sie wie? Sind Nachhaltigkeits-Tools dabei ein Thema für Sie?

 

Herwig Eggerstedt, Geschäftsführer Das Futterhaus: „Wer heute bei diesem Thema noch darüber nachdenken muss ob es sich rechnet, hat entweder keine Kinder und Enkelkinder oder denkt nicht an deren Zukunft.“

 

 

 

 

 

 

Roland Böhme, Geschäftsführer JBL: „Nachhaltigkeit ist zentraler Bestandteil unserer Firmenphilosophie: So haben wir 2018 zum Beispiel die Belegung aller Dächer mit Photovoltaik fertiggestellt und erzeugen 30 % unseres Stroms selbst. Die Reste der Anfahrverluste der Futterproduktion werden in einer Biogasanlage verwertet. Jedoch liegt noch ein weiter Weg vor uns. Hier wünsche ich mir ein Umdenken vom Endverbraucher. Nach unserer bisherigen Erfahrung ist er nicht bereit für Nachhaltigkeit mehr zu zahlen.“

 

 

 

Felix Vos, Geschäftsführer Mera Tiernahrung: „Als Familienunternehmen in der dritten Generation sind wir uns unserer Verantwortung für die Zukunft bewusst, daher ist auch das Thema Nachhaltigkeit für uns von großer Bedeutung. Soweit es geht beziehen wir bei MERA unsere Zutaten aus der Region. Wir produzieren ausschließlich in Deutschland und haben 2015 zudem ein neues Hochregallager direkt am Firmengelände gebaut, so sparen wir unnötige Transportwege ein und konnten unsere CO2-Bilanz deutlich verbessern. Von grünem Strom aus erneuerbaren Energien bis hin zur Filterung unserer Emissionen ergreifen wir bei MERA vielfältige Maßnahmen, um die Umwelt zu schützen. Als Partnerunternehmen des Zentrums für Nachhaltige Unternehmensführung (ZNU) sind wir stets bedacht, unsere Abläufe zu optimieren und noch nachhaltiger zu agieren.“

 

Rolf Genz, Geschäftsführer Zooma-/zookauf: „Das Thema leidet natürlich ‚nachhaltig‘ daran, dass alle Wert darauf legen, aber niemand bereit ist, den Preis dafür zu bezahlen. So haben wir mit dem Produkt „CatOkay“ eine Katzenstreu auf den Markt gebracht, bei der keine Bäume gefällt werden, keine Abraumhalden in Afrika benötigt werden, sondern ausschließlich Abfallprodukte aus der Getreideherstellung in Deutschland verwendet werden. Sie ist aber etwa 15 Prozent teurer als andere Premiumstreu. Die Resonanz hält sich in Grenzen. Dies ist nur ein Beispiel.
Als Gruppe arbeiten wir aber natürlich dennoch in verschiedenen Bereichen an unterschiedlichen Dimensionen der Nachhaltigkeit. Betrachten wir etwa die ökologische Dimension mit dem zunehmenden Verzicht auf Papier im geschäftlichen Bereich, das Thema Müllvermeidung oder Initiativen im sozialen Bereich wie die Zusammenarbeit mit Lebenshilfe-Werkstätten für unsere zookauf-Eigenmarke. Hinzu treten Energiesparkonzepte und höhere Frachtfreigrenzen im Online-Bereich. Derzeit führen wir diese verschiedenen Ansätze zusammen, um unsere Gruppe insgesamt nachhaltiger aufzustellen. Alles nur kleine Schritte – aber in die richtige Richtung.
Hier muss das Bewusstsein aller Verbraucher weiterentwickelt werden – und das geht eben nur mit diesen kleinen Schritten. Getreu unserem Motto: „Das Utopische wollen, aber das Machbare nicht aus den Augen verlieren!“

 

Peter Pohl, Vorstand Sagaflor AG: „Nachhaltigkeit nimmt einen wichtigen Stellenwert ein. Wirtschaftlich betrachtet – ist sie allerdings ein Kostentreiber. Die Ressourcen-Nutzung ist zwar wünschenswert, sowohl aus Kundensicht als auch zur Imagepflege von Handel und Industrie, zeigt sich jedoch ohne echten Wettbewerbsvorteil. Für den Handel liegt die Verantwortung weitgehend bei den Lieferanten, weil dort die meisten Prozesse der Produktionskette entstehen. Der Handel hat demzufolge seine Lieferanten passend auszuwählen. Wir würden uns da noch vieles wünschen. Auch halte ich ein gesetzliches Plastikverbot für effektiv. Eine freiwillige Selbstorganisation zur Vermeidung von Kunststoffen hingegen sehe ich in den kommenden Jahren nicht als realistische Praxis.“

 

Fressnapf-Gründer und Inhaber Torsten Toeller: „Wir sehen, dass unsere Kunden aus dem eigenen Einkaufsverhalten auch Ableitungen für den Einkauf von Tiernahrung oder -zubehör ziehen. Sie hinterfragen wesentlich intensiver, stellen ganz andere Ansprüche als vielleicht noch vor einigen Jahren. Daher glauben wir bei Fressnapf daran, dass sich eine aktive Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit durchaus „rechnet“.
Für mich als Gründer und Inhaber von Fressnapf ist es aber auch eine Frage der Grundhaltung. Daher beschäftigen wir uns schon seit einigen Jahren intensiv mit relevanten Themen und haben u.a. als einziges Unternehmen der Branche ein eigenes Tierärzte-Team aufgebaut und gleichen unsere Arbeit in regelmäßigen, konstruktiven Dialogen z.B. mit dem Deutschen Tierschutzbund, der TVT oder dem BNA ab – insbesondere zur Weiterentwicklung unserer Sortimente, aber auch im Bereich Umwelt- und Klimaschutz. Dazu haben wir nicht nur praktische Einkaufshelfer aus Papier bzw. Recycling-Material etabliert, sondern durch den Aufbau einer dezentraleren Lagerstruktur auch Co2-Emmissionen reduziert.
Zentral in Fragen der unternehmerischen Nachhaltigkeit ist auch und insbesondere der Umgang mit Mitarbeitern. Zum Beispiel, indem wir sie durch dauerhafte Fort- und Weiterbildungen, aber auch durch moderne und transparente Kommunikation eng an die Strategie und Kultur des Unternehmens binden.
Dies betrachten wir insbesondere in unserem just gestarteten Strategie-Update CHALLENGE 2025. Hier ist neben der zukunftsorientierten Wirtschaftlichkeit selbstverständlich auch die soziale und ökologische Umwelt essenziell und daher in die Strategie implementiert.“


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