SPD positioniert sich gegen Wildtierhaltung

4. April 2013

In einem Antrag an den Deutschen Bundestag setzt sich die SPD für ein Ende der Wildtierhaltung in Deutschland ein. Der Import von Reptilien und Amphibien soll laut Drucksache 17/12386 vom 19. Februar 2013 gänzlich verboten werden. Das Positionspapier rechtfertigt das Importverbot u. a. mit der hoch stilisierten Infektionsgefahr durch Exoten.

Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) hat dagegen schon im vergangenen Jahr eine entsprechende Aufklärungskampagne initiiert. Wie die DGHT mitteilt, wird zudem die Gefahr ausgesetzter Tiere, welche zu einer so genannten Faunenverfälschung führen kann, für Mitteleuropa erheblich übersteigert dargestellt. Laut DGHT stellen aus menschlicher Haltung entwichene Tiere als Faunenverfälscher eine verschwindend geringe Gefahr im Verhältnis zu den selbstständig neu eingewanderten bzw. durch den Warentransport eingeschleppten Arten dar.

Darüber hinaus will die SPD sämtliche Terraristikbörsen in Deutschland verbieten. Peter Buchert, Präsident der DGHT: „Wir fordern alle demokratisch agierenden Kräfte auf zu einem entschiedenen, scharfen Protest gegen diese willkürlichen, wirklichkeitsfernen und rein auf Stimmenfang ausgerichteten Angriffe auf die Tierhaltung in Europa! Missstände bei der Tierhaltung bzw. auf Börsen allerdings müssen rigoros bekämpft werden! Für diese Anliegen steht die DGHT mit Rat und Tat zur Seite, bei stumpfen Verbotsforderungen von Parteien oder fanatischen Tierrechtlern sagt sie sehr deutlich: Nein!“


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