„Stunde der Wintervögel“ bricht alle Rekorde

13. Januar 2021
Im Rahmen der wissenschaftliche Mitmachaktion wurden bisher fast 4,4 Millionen Vögel in rund 130.000 Gärten gesichtet. Bild: NABU

Im Rahmen der wissenschaftlichen Mitmachaktion wurden bisher fast 4,4 Millionen Vögel in rund 130.000 Gärten gesichtet. Bild: NABU

Der NABU und sein bayerischer Partner Landesbund für Vogelschutz (LBV) führten vom 8. bis 10. Januar bereits zum elften Mal die „Stunde der Wintervögel“ durch. Bis zum heutigen Morgen meldeten bereits über 185.000 Vogelfreundinnen und -freunde ihre Ergebnisse an den Verband. Gesichtet wurden bisher fast 4,4 Millionen Vögel aus rund 130.000 Gärten. Der NABU geht davon aus, dass die Zahlen noch weiter steigen werden, da bis zum 18. Januar noch nachgemeldet werden kann.

„Das Zwischenergebnis hat damit bereits die bisherige Rekordteilnahme aus dem Vorjahr weit übertroffen“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Wir freuen uns sehr über die stetig wachsende Beliebtheit unserer wissenschaftlichen Mitmachaktion. Sicherlich hat auch der derzeitige Corona-Lockdown dazu geführt, dass mehr Menschen ihr Interesse für die Natur vor der eigenen Haustür entdecken. Vielleicht ergibt sich daraus bald auch mehr Engagement für den Vogelschutz im eigenen Garten. “

Weniger erfreulich sind die Ergebnisse der Zählung. „Die Gesamtzahl von derzeit 34,3 Vögeln pro Garten stellt den bisher niedrigsten Wert seit Beginn der Aktion im Jahr 2011 dar“, so NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. „Insgesamt ist das Ergebnis fast ein Spiegelbild des Winters 2017. Auch damals fehlten besonders die typischen Futterplatzbesucher, wie Kohlmeisen, Schwanzmeisen, Kleiber, Gimpel und Kernbeißer – alles Arten, deren Winterbestände auf den Zuzug von Artgenossen aus dem Norden angewiesen sind. Dieser ist im bis kurz vor der Zählung europaweit sehr milden Winter wohl teilweise ausgeblieben.“ Auch Blaumeisen wurden weniger gesichtet.

Im Gegensatz dazu haben derzeit einige sesshafte Arten und solche, die kalte Winter meiden, besonders gute Bestände in Deutschlands Gärten. Allen voran der Haussperling sowie die Ringeltaube. Auch das Rotkehlchen scheint sich über den milden Winter zu freuen und erreicht sein bestes Ergebnis nach 2011.

Zudem setzt sich der Abwärtstrend des Grünfinks unverändert fort. Diesmal wurden nur noch 0,9 Grünfinken pro Garten gemeldet. Die fünf am häufigsten gemeldeten Arten waren wie bisher  Haussperling, Kohlmeise, Feldsperling, Blaumeise und Amsel. Im Vergleich zum Vorjahr haben nur Feldsperling und Blaumeise die Plätze getauscht.

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