ZZF kommentiert Exopet-Studie

30. Juli 2018
In der Exopet-Studie wurde die Haltung von exotischen Vögeln, Reptilien, Amphibien, Zierfischen und exotischern Säugetiere untersucht. Bild: fotolia.com

In der Exopet-Studie wurde die Haltung von exotischen Vögeln, Reptilien, Amphibien, Zierfischen und exotischen Säugetieren untersucht. Bild: fotolia.com

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hat vor kurzem ihren Abschlussbericht zur Exopet-Studie veröffentlicht. Für die Studie sammelten die Universität Leipzig und die Ludwig-Maximilians-Universität München Informationen über den Import von exotischen Vögeln, Reptilien, Amphibien, Zierfischen und exotischen Säugetieren, über die Abgaben in Tierheimen, Auffangstationen und zur Vermittlung von Tieren im Handel und über Internetportale.

In einer Online-Umfrage wurden Tierhalter, praktische Tierärzte, im Vollzug tätige Amtstierärzte und Mitarbeiter des Zoofachhandels befragt. Auf der Grundlage selbst gesetzter Haltungsparameter stellten die Wissenschaftler dabei Missstände in der privaten Tierhaltung fest. Die Haltung von Wirbellosen, Hund und Katze berücksichtigt die Studie nicht.

Da in der Untersuchung keine bundesweit gezogene Tierhalter-Stichprobe befragt wurde, hält der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) die Ergebnisse zu den Haltungsbedingungen nicht für repräsentativ für die Heimtierhaltung, die Zielgruppe der Tierhalter und die Heimtierbranche in Deutschland.

ZZF-Präsident Norbert Holthenrich findet es dennoch alarmierend, dass im Rahmen der Exopet-Studie Missstände in der Haltung von sogenannten exotischen Tieren festgestellt wurden. „Die Heimtierbranche trägt gemeinsam mit anderen an der Tierpflege, Tier-erziehung und -haltung beteiligten Organisationen Verantwortung für den tierschutzgerechten Umgang mit Heimtieren. Unsere Kunden anerkennen die vielfältigen Beratungs- und Serviceleistungen des Zoofachhandels. Wir nehmen jedoch ernst, dass es offenbar in der privaten Haltung von sogenannten exotischen Tieren Optimierungsbedarf gibt“, erklärt Holthenrich.

Ebenso wie die Autoren der Studie hält der ZZF für wichtig, die Sachkunde des Zoofachhandels zu fördern. Dazu bietet der ZZF ein Nachschlagewerk für Zoofachhändler sowie Zusatzqualifikationen für Zoofachhändler und Heimtierpfleger an. Der ZZF befürwortet auch, die Sachkunde von Tierhaltern zu fördern. Ein verbindlicher Sachkundenachweis vor der Anschaffung von Heimtieren würde jedoch den Zugang zur Heimtierhaltung für bestimmte Bevölkerungsgruppen wie zum Beispiel Senioren erschweren. In der Folge würden Tierhalter in die Illegalität geführt, was auch den tierschutzgerechten Handel und Umgang mit Heimtieren behindern könnte.


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